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Das musikalische System

Unser musikalisches System ist im Wesentlichen nach zwei Parametern geordnet: die eindeutige Tonhöhe (Diasthematik, absolut) und die Ordnung im zeitlichen Ablauf (Rhythmik, relativ). Beide Ordnungen haben ihren Grund in kleinen ganzzahligen Verhältnissen.

Daneben gibt es noch viele andere Parameter wie Lautstärke, Klangfarbe, Artikulation, Vibrato, Glissando, Agogik, Rubato… Diese sind schwer quantifizierbar, zum Teil nicht scharf voneinander abzugrenzen und damit auch schwer aufzuschreiben.

Manche dieser Größen sind bewusste Abweichungen von einem der Hauptparameter. So weichen etwa Vibrato oder Glissando vom Ideal der eindeutigen und gleichbleibenden Tonhöhe ab, während Swing, Wiener Walzer oder alpenländische Volksmusik ihren Reiz aus der bewussten Abweichung von den mathematisch korrekten Tonlängenverhältnissen beziehen.

Die Kombination dieser beiden Parameter zu einer Einheit heißt Melodie. Sie wird in der Notenschrift auf geniale Weise sehr eindeutig und unmissverständlich gemeinsam visualisiert.

Die Vermittlung des Notenlesens ist ein wesentlicher Bestandteil des musikalischen Unterrichts. Dabei hat die korrekte Benennung von Tonhöhen und -längen (Notenwerten) noch keinen besonders großen Wert. Erst die Fähigkeit, sich den musikalischen Inhalt ohne Zuhilfenahme eines Instrumentes etwa durch singen zu erschließen oder ihn sich im Geist vorstellen zu können, vergleichbar dem stillen Lesen, kann man als volle Lesefähigkeit bezeichnen. Sie ist das Ergebnis erfolgreicher Gehörbildung.


Weiter mit:    1.1 - Diasthematik          1.2 - Rhytmik