Die diatonische Geige auf einen Blick
Das Violinschulsystem Die diatonische Geige vertraut auf die Stimme als wichtigsten Lernbehelf.
Das Repertoire besteht zu einem großen Teil aus allgemein bekannten Liedern in gut singbarer Tonlage.
Der Rhythmus wird in der Rhythmussprache Yatapam dargestellt.
Der Aufbau des diatonischen Tonraumes folgt den Prinzipien der relativen Solmisation (Kodály). Er beginnt pentatonisch in speziell ausgewählten Fingersätzen.
Der Aufbau des gesamten Tonraumes (der diatonischen Tonräume der verschiedenen Tonarten in verschiedenen Lagen) bzw. seines Griffbildes erfolgt nach der sich aus der Betrachtung der Unendlichen Geige ergebenden Systematik Geigensolmisation.
Das Violinschulsystem Die diatonische Geige integriert systematisch zwei ganz wesentliche Elemente, die meistens vernachlässigt werden: Theorie und Gehörbildung. Beide Bereiche werden aus geigerischer Perspektive betrachtet und für beide werden Lösungen gefunden, die in der Praxis anwendbar sind. In den zwei parallel zu verwendenden Schienen Geigenmusik (Literatur, Theorie) und Geigenfitness (Technik, Gehörbildung) werden diese umgesetzt.
Hinter einer Kombination aus einfacher, stilistisch abwechslungsreicher Musik und raffinierten Spielereien mit Improvisationscharakter verbirgt sich ein stringentes, theoretisch bestens unterfüttertes Konzept, das eine klare Richtung vorgibt, aber genügend Spielraum für die Individualität von Lehrer und Schüler lässt.
Durch die Zerlegung des gesamten Lehrstoffes in seine elementaren Bauteile (in kognitiver, gehörsmäßiger und physiologischer Hinsicht) und die konsequente Berücksichtigung des Prinzips, nicht zwei neue Inhalte gleichzeitig einzuführen (zwei Parameter gleichzeitig ändern/ zwei Aspekte gleichzeitig schwierig), ist es möglich, große Klarheit auch dort zu schaffen, wo die Komplexität des Systems sonst meist nur für Verwirrung sorgt. Damit eignet sich diese Violinschule besonders, wenn von zuhause keine geigenspezifische fachliche Unterstützung möglich ist, sowie für den Klassenunterricht. Die Methodik der kleinen Schritte prädestiniert sie für Vorschulkinder. Der Aufbau erlaubt aber auch schnelles Reagieren auf eine höhere Lerngeschwindigkeit.
Von der Literaturauswahl ist die Schule sehr international angelegt. Die klassischen vorwiegend deutsch- und englischsprachigen Kinder- und Volkslieder, die aber großteils über den ursprünglichen Sprach- und Kulturkreis hinaus bekannt sind, geben Schüler wie Eltern Vertrautheit und gleichzeitig ein weltoffenes Gefühl. Unaufdringlich aber ganz präzis werden die Lieder dem beabsichtigten technischen oder musikalischen Anspruch gerecht. Genau definierte Aufgabenstellungen werden anhand authentischer Musik erarbeitet. Man sieht den Stücken den pädagogischen Zweck nicht an.
Die diatonische Geige führt Schüler und Eltern sicher durch das Labyrinth, welches das diatonische Tonsystem mit dem Griffsystem der Geige aufspannt.
Die diatonische Geige bietet eine solche Fülle an möglichen Zugängen, dass ein damit vertrauter Lehrer durch die individuelle Kombination der angebotenen Werkzeuge für jeden Schüler das seinem Typ entsprechende Programm darin findet.
Mit ihrer klaren Struktur gibt die diatonische Geige dem Lehrer einen Überblick über die Gesamtheit des Lerninhalts. Den Eltern gibt die neue Systematisierung des Griffbildes bessere Mittel in die Hand, dem Kind zu helfen. Die große stilistische Bandbreite der Literatur, die von den archetypischen Kinderliedern über Folklore aus aller Welt bis zur klassischen Musik reicht, macht den Schüler von Anfang an zum Musiker.
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Das musikalische System
Unser musikalisches System ist im Wesentlichen nach zwei Parametern geordnet: die eindeutige Tonhöhe (Diasthematik, absolut) und die Ordnung im zeitlichen Ablauf (Rhythmik, relativ). Beide Ordnungen haben ihren Grund in kleinen ganzzahligen Verhältnissen.
Daneben gibt es noch viele andere Parameter wie Lautstärke, Klangfarbe, Artikulation, Vibrato, Glissando, Agogik, Rubato… Diese sind schwer quantifizierbar, zum Teil nicht scharf voneinander abzugrenzen und damit auch schwer aufzuschreiben.
Manche dieser Größen sind bewusste Abweichungen von einem der Hauptparameter. So weichen etwa Vibrato oder Glissando vom Ideal der eindeutigen und gleichbleibenden Tonhöhe ab, während Swing, Wiener Walzer oder alpenländische Volksmusik ihren Reiz aus der bewussten Abweichung von den mathematisch korrekten Tonlängenverhältnissen beziehen.
Die Kombination dieser beiden Parameter zu einer Einheit heißt Melodie. Sie wird in der Notenschrift auf geniale Weise sehr eindeutig und unmissverständlich gemeinsam visualisiert.
Die Vermittlung des Notenlesens ist ein wesentlicher Bestandteil des musikalischen Unterrichts. Dabei hat die korrekte Benennung von Tonhöhen und -längen (Notenwerten) noch keinen besonders großen Wert. Erst die Fähigkeit, sich den musikalischen Inhalt ohne Zuhilfenahme eines Instrumentes etwa durch singen zu erschließen oder ihn sich im Geist vorstellen zu können, vergleichbar dem stillen Lesen, kann man als volle Lesefähigkeit bezeichnen. Sie ist das Ergebnis erfolgreicher Gehörbildung.