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HP 4.2

Geigenmusik 1 (GM 1)

Die diatonische Geige ist gedacht für sehr kleine Kinder, die noch nicht lesen und schreiben können, für die gewisse analytische Zugänge, die erst in der Schule gelernt werden, noch fremd sind und für die Text und Melodie noch eine mit dem Ohr gehörte Einheit sind, die sie sich mühelos merken können. Deshalb sind (fast) alle Lieder mit Text und der Großteil davon in singbarer Lage, also auf d- und a-Saite, so dass sie auch mit der Geige mitgesungen werden können. Auch Tonhöhen und Rhythmus werden noch gemeinsam wahrgenommen. Erst mit der eindeutigen Rollenverteilung für die beiden Hände beim Geigen spielen bricht diese Einheit auf.

Am Anfang wird die ganze Aufmerksamkeit auf die Tonerzeugung gelenkt. Die Tonhöhe (die leeren Saiten) wechseln nur taktweise. Noch vor dem festen Greifen kommt zur Stabilisierung des Bogenstrichs das Flageolett. Die Anforderungen an die Greiffinger werden zugunsten der Aufgaben für den Bogen - Rhythmus und Stricharten – vorerst vergleichsweise geringgehalten.

GM 1 ist der praktischen Handhabung halber in zwei Teile (GM 1a und GM 1b) geteilt. Sie bilden aber eine durchgehende Einheit mit fortlaufender Seitennummerierung.

An den Anfang von GM 1a ist eine kurze Version der Geigenfitness („GF 0“) gestellt, die der Gestaltung der ersten Geigenstunden und zum Erfinden von Einspielübungen dient. Und es ermöglicht auch, sich ein Bild davon zu machen.

Während für einen längeren Zeitraum nur mit 1. und 2. Finger gegriffen wird, gibt es für die anderen Finger andere Aufgaben: für den 3. Finger das Linkspizzikato und für den 4. Finger das Flageolett. Dann kommt der 3. Finger mit großem Abstand zum 2. Finger. Das bedeutet, dass sich der Schüler noch keine Gedanken über engen oder weiten Fingerabstand machen muss. Er muss nur den Fingersatz erkennen und sich darauf konzentrieren, das wegen der pentatonischen Faktur leicht vorzustellende Klangbild sauber zu spielen. Erst mit dem 4. Finger kommt der enge Fingerabstand und die siebenstufige Diatonik ist komplett.

Diese langsame Vorgehensweise, die für jeden (kognitiven, gehörsmäßigen oder physiologischen) Schritt gleich mehrere Beispiele bietet, geschieht mit Blick auf vorschulpflichtige Kinder.

Ziel von GM 1 ist es, die oft lange Durststrecke vom Verblassen der Anfangseuphorie bis zum ersten Weihnachtslied mit Inhalten zu füllen, die mehr sind als Bogenhalteübungen und Durchhalteparolen.

Viele, besonders die älteren Schüler, werden nicht alle Stücke brauchen, aber immer, wenn Schwierigkeiten auftauchen, ist genügend Material vorhanden, um an der Stelle bleiben zu können, um sich mit dem Thema zu beschäftigen.

GM 1 enthält auch Aufgabenstellungen wie das „auswendig-fertig-spielen“ von bekannten Stücken in anderen Tonarten. Eine weitere Aufgabe ist das Ergänzen fehlender Noten bei solchen Wiederholungen.

Die allgemeine Theorie beschränkt sich auf den richtigen Notennamen, wobei das # direkt vor der Note hilfreich ist, die Geigenspezifische Theorie auf den Fingersatz.

Der Aufbau des Tonvorrats erfolgt mit konsequenter Berücksichtigung der tonalen Funktionalität. Das ermöglicht Schülern mit praktischer Erfahrung in relativer Solmisation, ihre erworbenen Kenntnisse einzusetzen. Solmisation ist aber keine Voraussetzung für die Benützung der diatonischen Geige® und es finden sich in der Geigenmusik auch keine Hinweise darauf. Dieser Aufbau entfaltet auch ohne bewusste Bezugnahme, seine Wirkung.

Wenn man auf die relative Solmisation keinen Bezug nimmt, wird man den Abschnitt ab Einführung des 3. Fingers (S 69-90) stark kürzen. Er ist u.a. durch die doppelte Deutung des Tonraumes e‘ bis cis‘‘ so umfangreich.

Bilder: Tonraum mit 2 Solmisationen, Spannenlanger Hansel S. 75, Trara die Post ist da S. 80

Wenn es, aus welchen Gründen auch immer, nicht angezeigt ist, mit dem hohen 3. Finger zu beginnen („3. Griffart“), wird man gleich zur GM 2 springen. Die verschiedenen Möglichkeiten, GM 2a zu verwenden, werden in Geigenmusik 2 beschrieben.

Bild: Beispielseiten aus GM 1

Gemeinsamer Unterricht ist wichtig, doch am Anfang oft schwer umzusetzen, denn was tun mit jemandem, der noch nichts auf der Geige kann. Man wartet deshalb oft solange, bis die Schüler im Einzelunterricht genug gelernt haben, damit sie im (1.) Schulorchester mitspielen können. Mithilfe der diatonischen Geige® ist gemeinsamer Unterricht vom Anfang an möglich. Neben dem gemeinsamen Singen der Lieder aus der Geigenmusik und verschiedenen Elementen aus der musikalischen Früherziehung ist auch das gemeinsame Spielen durch den leichten Einstieg der Geigenmusik eine realistische Option. Gemeinsam spielen heißt nicht zwingend mehrstimmig spielen. So wie ein Kinderchor einstimmig beginnt, kann auch eine Geigengruppe einstimmig beginnen und mit Kanons in die Zweistimmigkeit wechseln. Bei vielen der Duos in der Geigenmusik ist auch die 2. Stimme für Schüler spielbar. So bleibt auch die Spannung erhalten, wann man endlich mit den anderen Instrumenten zusammenspielen kann. Fürs gemeinsame Spielen gibt es keine Mindestzahl (und auch kein Mindestniveau, was nicht bedeutet, dass man keinen Anspruch haben darf.)

Man kann aber gemeinsam auch mehr machen, als aus den Noten spielen, die am Pult liegen.

Man kann auch gemeinsam Technik üben, Gehörbildung betreiben, improvisieren… Gemeinsam spielen kann auch Unterricht sein. Die Geigenfitness zeigt Möglichkeiten.

Wenn genügend Ideen vorhanden sind, lässt sich mehrmaliger Unterricht pro Woche abwechslungsreich mit Inhalt füllen und damit besser argumentieren.



HP 4.3

GEIGENMUSIK 2

Bild: Kapiteleinteilung (Wegenetzplan)

Ziel von GM 2 ist es, den Schüler vom Weihnachtslied zu den Etüden (Pracht, Küchler, Wohlfahrt…) zu führen. Es ist ein Unterschied zwischen einem kurzen Lied, das man vielleicht vorher schon gekannt hat und einer Etüde, die zwar technisch nicht schwieriger, aber zu lang und im rhythmischen Muster zu gleichförmig zum Merken ist. Viele der traditionellen Etüden beginnen bei C-Dur, einer Tonart, deren Griffbild nicht die einfachste ist, und durchwandern von dort aus den Quintenzirkel.

Der Wegenetzplan zeigt den Inhalt der Geigenmusik 2 und die Kriterien, nach denen die Kapitel angeordnet sind. Das soll nicht verwirren, sondern nur einen Überblick geben. GM 2 ist eine Geigenschule wie jede andere, die man aufschlagen und verwenden kann. Doch je besser man sich damit auskennt, desto besser kann man sie nutzen. Die Kapitel von GM 2a und GM 2b sind durchnummeriert.

In GM 2a werden - ausgehend von E-Dur auf d- und a-Saite - alle zweisaitigen Griffbilder bis C- Dur durchgenommen. Ordnungsprinzip sind nicht die Griffbilder sondern die Tonarten. Das Griffbild ergibt sich aus der Tonart und dem Tonumfang (welche Saiten) und nicht umgekehrt. Am Anfang jedes Kapitels zeigt die Graphik eine kombinierte Darstellung von Notenbild und Griffbild. In diesem Griffbild im Notenbild wird, wenn vorhanden, der Springende Finger farblich codiert und auch im Notenbild so markiert. Die Beispiele sind so gewählt, dass sie die Charakteristik des Griffbildes – den Springenden Finger oder den engen Fingerabstand - exemplarisch hervorheben.

(Die Nummerierung der Griffbilder (z. B. Level 2) bezieht sich auf die Ordnung in GF II.)

Ergänzend gibt es in jedem Kapitel im entsprechenden Tonumfang Tonleiterübungen mit verschiedenen Rhythmisierungen, Doppelgriffübungen, Flageolettübungen und Ausflüge in die Lagen auf einer Saite.

Die Reihenfolge der 14 Kapitel ist nicht die einzig mögliche. Sie ist eher ein Vorschlag, wie die Geige erkundet werden kann. Anhand des „Wegenetzplans“ lassen sich auch andere Routen erschließen. Um die richtige Verbindung zur Theorie herzustellen, aber auch um nicht allzu lange in einer „Griffart“ zu bleiben, ist es sinnvoll immer in „Nachbarkapitel“ zu wechseln und die Veränderungen anhand der Graphik zu beobachten. Jedes Kapitel ist ein Pool von Stücken in verschiedenen Stilen, Formen und auch Schwierigkeitsgrad, aber mit dem gleichen Griffbild. Wie lange man in einem Kapitel bleibt, was man davon spielt wird von Fall zu Fall variieren.

Beim Wechsel des Saitenpaares bei gleichbleibender Tonart kann beobachtet werden, wie sich die # und der Halbton (die engen Finger) verschieben, wie aber der Halbton zwischen den gleichen Tönen, nicht aber Fingern bleibt.

Die enge Fingerstellung ist aber nicht die einzige Beschreibung des Griffbildes: der Springende Finger beschreibt den Unterschied zweier benachbarter Saiten.

[Bild: Kap.1 u 2] Kap. 6 u 7

Beim Wechsel der Tonart auf dem gleichen Saitenpaar sieht man die Wirkung des # für den entsprechenden Finger und damit die Tonhöhe.

[Kap. 2 u 3] Kap 7 u 8

Der Schüler kann die Fingerstellung vom Griffbild im Notenbild ablesen, aber bekommt auch Einblick in das System (bzw. wie die beiden Systeme verknüpft sind).

Diese strenge Einteilung in so kleine Kapitel bedeutet nicht, dass nicht auch Stücke über einen größeren Tonumfang gespielt werden dürfen, sie dient aber dazu, sich auf ein Griffbild und seine Veränderung zum Nachbarkapitel zu konzentrieren.

Abweichend vom vorgeschlagenen Pfad, kann man Abstecher zu schon besuchten Kapiteln machen: z. B. 1-2-3-4-1-4-5

Es lassen sich aber auch Umwege mit nur kurzem Verweilen in einem Kapitel gehen: z. B. 4-5-6-7-8-3-4-7-8

Man kann das Ganze auch ohne großen Verlust abkürzen: z. B. 1-2-3-4-7-8-9. Das Fehlen von Kapitel 5 und 6 wird keine bleibende Lücke hinterlassen.

Und natürlich ist es auch möglich, einen Abstecher in die GM 2b zu machen: 3-4-8- (von GM 2b)-4-5 oder 4-5-7 (von GM 2b)-5-6

Wenn es etwa wegen der musikalischen Umgebung (z. B. Schulorchester) notwendig ist, mit der „1. Griffart“ zu beginnen, dann wäre es sinnvoll, um den Charakter der diatonischen Geige zu erhalten, etwa folgenden Weg zu wählen: 7-8-3-8-7-10-11-12-13

Der Wechsel in ein Kapitel mit gleichem Griffbild („diagonal“, z. B. 3 nach 7) macht es dem Schüler schwerer, die dahinterstehende Theorie zu verfolgen.

In GM 2b werden die verschiedenen diatonischen Tonräume anhand von dreisaitigen Griffbildern in der entgegengesetzten Richtung erkundet. Jetzt kann der Quintenzirkel - analog zur allgemeinen Theorie – von den Stammtönen ausgehend mit Tonleitern und Dreiklängen von Dur und parallelem moll erarbeitet werden. Die Diatonik wird erweitert: zur Modulation in die Dominante kommen die erhöhte 6. und 7. Stufe der moll-Tonleiter (Fi und Si) und andere alterierte Töne. Grifftechnische Erweiterungen: nach unten gestreckter 1. Finger, ganz hoher 1. Finger, gestreckter 4., halbe Lage

Anschließend wird der ganze Tonraum der ersten Lage in der jeweiligen Tonart als Grundlage für jedes Kapitel genommen.

Die den ersten Kapiteln von GM 2b (1-8) können Stücke ergänzend zu GM 2a dazu genommen werden. Mit GM 3 soll nicht gewartet werden, bis GM 2b fertig ist. Die letzten Kapitel von GM 2b (11-14) enthalten schon Inhalte die in GM 3a eingeführt werden GM 3a schließt direkt an die Kapitel Vielmehr sollen diese beiden parallel je nach Bedarf verwendet werden.

HP 4.4

GEIGENMUSIK 3

Ziel von GM 3 ist es, die Brücke von kleinen Ausflügen in die Lagen zum systematischen und angstfreien Lagenspiel zu schlagen.

Hinsichtlich der Systematik der zweisaitigen Griffbilder schließt GM 3a direkt an GM 2a an. Gleichzeitig werden aber auch, wie in GM 2b, die dreisaitigen Griffbilder, die Tonleitern und Dreiklänge, mitgenommen. Neu dazu kommt das Vorzeichen „b“ und die systematische Verwendung der Lagen. Deshalb sollte zuerst eine Zeit lang mit GM 2b gearbeitet werden, bevor man GM 3a dazu nimmt und mit beide Bänden parallel verwendet.

Jetzt 3 Parameter anhand derer würde eine unüberschaubare Menge ergeben. Eine so strikte Einteilung in homogene Kapitel ist damit nicht möglich, aber auch nicht mehr notwendig. Es bleibT, wie in GM 2 die Ordnung nach Tonarten. Innerhalb eines Abschnitts ist diese Tonart Ausgangspunktsind wie Kap Nicht mehr so konsequent. 2 Saiten, 2 Lagen

HP 4.5

GEIGENFITNESS

Für sich allein genommen bildet die Geigenmusik schon ein überzeugendes Lehrwerk mit großer Vollständigkeit, Übersichtlichkeit und Systematik für Lehrer, Schüler und Eltern.

Von der Geigenfitness gibt es 2 Bände: GF I gehört zum 1. Abschnitt, GF II gehört zum 2. und 3. Abschnitt. Beide wurden bisher nur in kleinen Stückzahlen händisch gemacht und sind im book on demand Format nicht lieferbar.

Die Verwendung der Geigenfitness ist nicht so selbsterklärend wie die Geigenmusik. Die Geigenfitness ist kein fertiges Unterrichtsmaterial, sondern ein Baukasten, aus dessen elementaren Teilen sich technische und Gehörbildungsübungen gestalten lassen. Übungsaspekte sind Spieltechnik und Gehörbildung.

Die musikalischen und spieltechnischen Inhalte sind in die Bereiche Rhythmus/Artikulation einerseits und Tonhöhen/Griffsystem andererseits geteilt und auf Blättern, die in der Mitte durchgeschnitten sind, getrennt notiert. Man kann in zwei übereinander liegenden Büchern unabhängig blättern und dadurch jedes Beispiel der oberen Blatthälften mit einem unteren Beispiel zu einem musikalischen Ganzen kombinieren. Um einen Eindruck davon zu geben, wurden die ersten 5 Seiten von GF I an den Anfang von GM 1a gesetzt. Das Durchschneiden der Blätter muss von Hand gemacht werden.

Diese kleinen Übungen können in der Stunde zum Einspielen dienen, sind aber vorzugsweise für die Gruppe gedacht, wo die Arbeit mit dem Material schnell einen spielerischen Charakter bekommt. Anhand der Beispiele kann unmittelbar der passende Schwierigkeitsgrad der Übung gefunden und jederzeit angepasst werden. In der Gruppe ist das Üben von technischen Übungen motivierender. (Wie im Sport). Auch die Gehörbildung soll gemeinsam betrieben werden.

HP4.5.1

GF I

Bild 4.5.1.1

HP4.5.2

GF II

Bild 4.5.1.2