GEIGENMUSIK 2
Bild: Kapiteleinteilung (Wegenetzplan)
Ziel von GM 2 ist es, den Schüler vom Weihnachtslied zu den Etüden (Pracht, Küchler, Wohlfahrt…) zu führen. Es ist ein Unterschied zwischen einem kurzen Lied, das man vielleicht vorher schon gekannt hat und einer Etüde, die zwar technisch nicht schwieriger, aber zu lang und im rhythmischen Muster zu gleichförmig zum Merken ist. Viele der traditionellen Etüden beginnen bei C-Dur, einer Tonart, deren Griffbild nicht die einfachste ist, und durchwandern von dort aus den Quintenzirkel.
Der Wegenetzplan zeigt den Inhalt der Geigenmusik 2 und die Kriterien, nach denen die Kapitel angeordnet sind. Das soll nicht verwirren, sondern nur einen Überblick geben. GM 2 ist eine Geigenschule wie jede andere, die man aufschlagen und verwenden kann. Doch je besser man sich damit auskennt, desto besser kann man sie nutzen. Die Kapitel von GM 2a und GM 2b sind durchnummeriert.
In GM 2a werden - ausgehend von E-Dur auf d- und a-Saite - alle zweisaitigen Griffbilder bis C- Dur durchgenommen. Ordnungsprinzip sind nicht die Griffbilder sondern die Tonarten. Das Griffbild ergibt sich aus der Tonart und dem Tonumfang (welche Saiten) und nicht umgekehrt. Am Anfang jedes Kapitels zeigt die Graphik eine kombinierte Darstellung von Notenbild und Griffbild. In diesem Griffbild im Notenbild wird, wenn vorhanden, der Springende Finger farblich codiert und auch im Notenbild so markiert. Die Beispiele sind so gewählt, dass sie die Charakteristik des Griffbildes – den Springenden Finger oder den engen Fingerabstand - exemplarisch hervorheben.
(Die Nummerierung der Griffbilder (z. B. Level 2) bezieht sich auf die Ordnung in GF II.)
Ergänzend gibt es in jedem Kapitel im entsprechenden Tonumfang Tonleiterübungen mit verschiedenen Rhythmisierungen, Doppelgriffübungen, Flageolettübungen und Ausflüge in die Lagen auf einer Saite.
Die Reihenfolge der 14 Kapitel ist nicht die einzig mögliche. Sie ist eher ein Vorschlag, wie die Geige erkundet werden kann. Anhand des „Wegenetzplans“ lassen sich auch andere Routen erschließen. Um die richtige Verbindung zur Theorie herzustellen, aber auch um nicht allzu lange in einer „Griffart“ zu bleiben, ist es sinnvoll immer in „Nachbarkapitel“ zu wechseln und die Veränderungen anhand der Graphik zu beobachten. Jedes Kapitel ist ein Pool von Stücken in verschiedenen Stilen, Formen und auch Schwierigkeitsgrad, aber mit dem gleichen Griffbild. Wie lange man in einem Kapitel bleibt, was man davon spielt wird von Fall zu Fall variieren.
Beim Wechsel des Saitenpaares bei gleichbleibender Tonart kann beobachtet werden, wie sich die # und der Halbton (die engen Finger) verschieben, wie aber der Halbton zwischen den gleichen Tönen, nicht aber Fingern bleibt.
Die enge Fingerstellung ist aber nicht die einzige Beschreibung des Griffbildes: der Springende Finger beschreibt den Unterschied zweier benachbarter Saiten.
[Bild: Kap.1 u 2] Kap. 6 u 7
Beim Wechsel der Tonart auf dem gleichen Saitenpaar sieht man die Wirkung des # für den entsprechenden Finger und damit die Tonhöhe.
[Kap. 2 u 3] Kap 7 u 8
Der Schüler kann die Fingerstellung vom Griffbild im Notenbild ablesen, aber bekommt auch Einblick in das System (bzw. wie die beiden Systeme verknüpft sind).